KL A | SV Rohrau II : TTF Schönaich II
Etwas zu verlieren — mein erster Linkshänder
Zweiter Einsatz für SV Rohrau II. Gegner: TTF Schönaich II, mein Gegenüber Gerhard Ulmer, TTR 1187. Knapp zwanzig Punkte mehr als ich — machbar, aber kein Geschenk.
Was ich vorher nicht wusste: Er ist Linkshänder. Mein allererster Linkshänder überhaupt.
Das neue Gefühl: Erwartet werden Vor dem Spiel etwas Ungewohntes: Meine Teamkollegen gehen davon aus, dass ich gewinne. Ich bin zum ersten Mal der Favorit. Das fühlte sich seltsam an. Als hätte ich plötzlich etwas zu verlieren.
Erster Satz: Dankbare Netzkante Gegen Linkshänder ist es anders — die Rückhand liegt rechts statt links, alles fühlt sich anders an. Ich habe mehrfach aufs falsche Feld gespielt, Ulmer gut gekontert. Trotzdem: 11:8 gewonnen. Die Netzkante war mindestens einmal auf meiner Seite. Verdient war das noch nicht.
Zweiter Satz: Ein Tipp der alles ändert Ich liege zurück, spiele die falschen Entscheidungen, finde keinen Rhythmus. Dann kommt von außen: Seine Rückhand liegt links — bei einem Linkshänder ist das die andere Seite. Spiel dorthin.
Einmal umgestellt, konsequent auf seine Rückhand. Sofortiger Effekt. Er macht mehr Fehler, ich gewinne Sicherheit. Aus dem Rückstand: 12:10.
Dritter Satz: Zähne zusammenbeißen Eng, wie die ersten beiden. Ich verliere zwischendurch den Faden. Diesmal finde ich selbst zurück — halte die Taktik, bleibe geduldig, spiele seinen Schwachpunkt an. 13:11 — Satz und Spiel.
Fazit 3:0 klingt nach Dominanz. War es nicht. Alle drei Sätze eng, ohne das Coaching im zweiten Satz wäre das Ergebnis offen gewesen. Was ich mitgenommen habe: Taktische Anpassung mitten im Spiel ist keine Schwäche — es ist genau das, was den Unterschied macht. Und Erwartungsdruck? Komisch, aber handhabbar. +11 TTR, Stand 1179.