21.8.2026·Spielbericht

Eine Lektion in Berechenbarkeit

TTBW Race Neuhausen — Bilanz 2:4 und +10 TTR

Mitten in der Sommerpause habe ich mich zu einem TTR-Race in Neuhausen angemeldet, um etwas im Rhythmus zu bleiben. Bilanz 2:4 und +10 TTR.

Runde 1: Kadir Karayazili – 0:3 (3:11, 4:11, 3:11)

Kadir hat mich in gut zwanzig Minuten von der Platte gespielt und mir in drei Sätzen zehn Bälle gelassen. Er hat das Turnier am Ende auf Platz 2 beendet, insofern: Klassenunterschied, nichts zu deuteln.

Runde 2: Benjamin Zimmermann – 3:2 (12:10, 17:19, 11:5, 7:11, 11:5)

Benjamin steht rund 60 TTR-Punkte über mir. Knappes Spiel mit einem Sieg im fünften Satz mit 11:5. Das war mein bestes Resultat des Turniers, und es war ein Krimi: der erste Satz 12:10, der zweite ein 17:19 nach ewigem Hin und Her, das mich hätte demoralisieren können. Hat es aber nicht – Satz drei ging mit 11:5 an mich.

Im vierten hatte ich die Chance zum Sieg und habe sie liegen lassen (7:11). Im Entscheidungssatz war ich dafür sofort wieder da.

Runde 3: Lucas Metz – 1:3 (9:11, 11:3, 9:11, 6:11)

Die knappste Niederlage des Turniers: 35:36 Punkte. Zwei Sätze mit 9:11 abgegeben, dazwischen ein 11:3 für mich. In den beiden engen Sätzen habe ich in den entscheidenden Situationen einfache Fehler gemacht (unter anderem einen Aufschlagfehler bei 8:8 im ersten Satz). Über das ganze Match haben vielleicht vier Bälle gefehlt. Ärgerlich, aber ein gutes Zeichen – gegen einen 1365er auf Augenhöhe zu sein, ist genau das Niveau, das ich anpeile.

Runde 4: Vladimir Mihalcic – 1:3 (11:6, 2:11, 4:11, 8:11)

Das ist die Partie, über die ich am längsten nachgedacht habe.

Satz eins: 11:6 für mich. Ich habe kurz und krumm aufgeschlagen, ihn mit ein paar guten Bällen erwischt – Vladimir wusste sichtlich nicht, woran er ist. Er lag hinten, und ich hatte das Gefühl, hier ist etwas möglich.

Satz zwei: 2:11. Satz drei: 4:11.

Der Grund ist banal und tut deswegen doppelt weh: Ich habe genau das weitergespielt, was im ersten Satz funktioniert hat. Kein Wechsel, keine neue Aufschlagvariante, keine andere Platzierung. Ein Spieler auf seinem Niveau braucht ungefähr einen Satz, um ein Muster zu lesen – und danach war jede meiner Aktionen für Vladimir klar. Was in Satz eins funktioniert hat, ist in Satz zwei berechenbar.

Das ist für mich die zentrale Erkenntnis des Turniers. Meine Schlagqualität reicht, um mit diesen Gegnern einen Satz lang mitzuhalten. Was fehlt, ist ein zweiter und dritter Plan.

Runde 5: Richard Andrzejewski – 3:2 (6:11, 13:11, 11:9, 9:11, 11:7)

Der zweite Sieg, und einer, der deutlich einfacher hätte sein können. Satz eins mit 6:11 verschenkt, dann ein 13:11, das die Partie gedreht hat. Im vierten Satz führte ich 2:1 und verlor mit 9:11. Im fünften dann souverän 11:7.

Runde 6: Jonas Ruf – 0:3 (4:11, 5:11, 3:11)

Zum Abschluss der zweite Klassenunterschied des Tages. Da war nichts zu holen.

Was bleibt

Das Ballverhältnis lügt: 190:240 sieht katastrophal aus. 44 der 50 Minusbälle stammen aus den zwei glatten Niederlagen gegen Karayazili und Ruf. Ohne diese beiden stehe ich bei 168:174 – gegen ein starkes Feld.